Die Finanzwelt befindet sich in einer schweren Krise. Diesem Einfluss konnte sich auch der Sal. Oppenheim Konzern im Geschäftsjahr 2008 nicht entziehen. Das Ergebnis nach Steuern beläuft sich auf -117 Mio. € (im Vorjahr 255 Mio. €). Dieses unbefriedigende Ergebnis ist im Wesentlichen auf deutliche Verluste im Equity Trading und Bewertungsverluste des Bankbuches der Sal. Oppenheim jr. & Cie. KGaA zurückzuführen. In der Vermögensverwaltung, dem Corporate Banking sowie im Aktien Sales, Devisen- und Zinshandel konnten befriedigende Ergebnisse erwirtschaftet werden. Die Bilanzsumme ist mit 41 Mrd. € nahezu unverändert.

Gewinn- und Verlustrechnung 1. Januar bis 31. Dezember 2008
20082007+/-+/-
MIO.€MIO.€MIO.€%
Zinsüberschuss3442499538
Ergebnis aus Anteilen an at equity bewerteten Unternehmen4481-37-46
Risikovorsorge-1-10990
Provisionsüberschuss573629-56-9
Handelsergebnis-295-37-258>-100
Finanzanlageergebnis96327-231-71
Verwaltungsaufwendungen-906-918121
Sonstiges betriebliches Ergebnis826-18-69
Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit aus fortzuführenden Geschäftsbereichen-137347-484>-100
Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit aus aufgegebenen Geschäftsbereichen-7-14750
Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit-144333-477>-100
Ertragsteuern27-78105>100
Ergebnis nach Steuern-117255-372>-100

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Zinsüberschuss

Der Zinsüberschuss beläuft sich auf 344 Mio. € und enthält neben den klassischen Komponenten aus dem Kredit- und Geldmarktgeschäft auch die Zinserträge und
-aufwendungen aus Wertpapieren des Bankbuches.

Risikovorsorge

Die Risikovorsorge weist einen Aufwand von 1 Mio. € aus. Während den Wertberichtigungen aus dem Kreditgeschäft per Saldo 6 Mio. € zugeführt wurden, reduzierten sich die Rückstellungen aus dem Kreditgeschäft aufgrund von Auflösungen um 5 Mio. €. Die Nettozuführung zu den Wertberichtigungen betrifft im Wesentlichen die Erhöhung der Wertberichtigungen aus Adressrisiken. Das Kreditportfolio besteht weitestgehend aus Adressen der Kategorie Investment Grade.

Ergebnis aus Anteilen an at equity bewerteten Unternehmen

Das Ergebnis aus Anteilen an at equity bewerteten Unternehmen beträgt
44 Mio. €.

Provisionsüberschuss

Die Finanzmarktkrise hatte einen deutlich negativen Einfluss auf das Aktienge-
schäft. Dies führte unter anderem dazu, dass der Absatz an Retailderivaten eingebrochen ist. Dadurch liegt der Provisionsüberschuss mit 573 Mio. € um 9 % unter dem Vorjahreswert. Insbesondere das Provisionsergebnis aus dem Wertpapiergeschäft sowie aus dem Beratungs- und Vermittlungsgeschäft konnten nicht mehr das sehr hohe Niveau des Vorjahres erreichen. Demgegenüber steht eine weiterhin erfreuliche Entwicklung des Provisionsergebnisses aus der Vermögensverwaltung.

Handelsergebnis

Das Handelsergebnis beläuft sich auf -295 Mio. €. Dafür verantwortlich war insbesondere das Ergebnis aus Renten und Zinsderivaten sowie aus Aktien und Aktienderivaten. Während bei Sal. Oppenheim der Fokus auf dem Aktien-Retailderivate-Geschäft liegt, steht bei der BHF-BANK AG der Zins- und Devisenhandel im Vordergrund.

Finanzanlageergebnis

Das Finanzanlageergebnis von 96 Mio. € setzt sich im Wesentlichen aus dem Ergebnis der Veräußerung von Beteiligungen und Wertpapieren in Höhe von 300 Mio. € sowie Abschreibungen auf Beteiligungen und Wertpapiere in Höhe von 202 Mio. € zusammen. Das Ergebnis aus der Veräußerung von Beteiligungen entfällt im Wesentlichen auf den Verkauf von 94,9 % der Anteile an der BHF Asset Servicing GmbH.

Verwaltungsaufwendungen

Die Verwaltungsaufwendungen konnten mit 906 Mio. € leicht reduziert werden. Die Personalaufwendungen fielen im Vergleich zum Vorjahr aufgrund geringerer gewinnabhängiger Vergütungen trotz einer gestiegenen Mitarbeiteranzahl deutlich niedriger aus, während die anderen Verwaltungsaufwendungen gestiegen sind. Beispielhaft sind hier EDV- sowie Rechts-, Prüfungs- und Beratungskosten zu nennen. Die Abschreibungen belaufen sich auf 41 Mio. €.

Konzernergebnis

Das Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit beläuft sich auf -144 Mio. €. Unter Berücksichtigung eines laufenden Steueraufwands von 43 Mio. € sowie latenter Steuererträge von 70 Mio. € verbleibt ein Ergebnis nach Steuern von -117 Mio. €. Die Anteile Dritter am Jahresergebnis betragen 13 Mio. €.

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Bilanz per 31. Dezember 2008
20082007+/-+/-
MIO.€MIO.€MIO.€%
Barreserve70947523449
Handelsaktiva10.52213.472-2.950-22
Positive Marktwerte aus Hedge Accounting47311652
Zum Fair Value designierte Aktiva (Fair Value Option)1.8023.190-1.388-44
Forderungen an Kreditinstitute8.91310.170-1.257-12
Forderungen an Kunden7.6267.1165107
Wertberichtigungen aus dem Kreditgeschäft-172-167-5-3
Finanzanlagen und Anteile an at equity bewerteten Unternehmen9.8655.5314.33478
Sachanlagen49032216852
Übrige Aktiva971950212
Zur Veräußerung gehaltene langfristige Vermögenswerte und Vermögenswerte aus aufgegebenen Geschäftsbereichen5940594-
Aktiva41.36741.0902771
Handelspassiva10.51212.439-1.927-15
Negative Marktwerte aus Hedge Accounting14517128>100
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten8.6625.2063.45666
Verbindlichkeiten gegenüber Kunden18.75119.614-863-4
Verbriefte Verbindlichkeiten420676-256-38
Rückstellungen8085-5-6
Übrige Passiva632693-61-9
Zur Veräußerung gehaltene langfristige Verbindlichkeiten und Verbindlichkeiten aus aufgegebenen Geschäftsbereichen91091-
Nachrangkapital2071862111
Eigenkapital1.8672.174-307-14
Passiva41.36741.0902771

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Bilanzsumme

Die Konzernbilanzsumme beläuft sich auf 41,4 Mrd. € und ist somit gegenüber dem Vorjahr nahezu unverändert.

Handelsaktiva

Die Handelsaktiva haben sich gegenüber dem Vorjahr um 2.950 Mio. € auf 10.522 Mio. € verringert. Darin enthalten sind positive Marktwerte aus derivativen Finanzinstrumenten mit 8.531 Mio. €, Schuldverschreibungen und andere festverzinsliche Wertpapiere mit 1.058 Mio. € sowie Aktien und andere nicht festverzinsliche Wertpapiere mit 928 Mio. €.

Zum Fair Value designierte Aktiva

Die Zum Fair Value designierten Aktiva verminderten sich um 1.388 Mio. € auf 1.802 Mio. €. Wesentliche Bestandteile der Position sind Schuldverschreibungen und andere festverzinsliche Wertpapiere mit 1.438 Mio. € sowie Aktien und andere nicht festverzinsliche Wertpapiere mit 329 Mio. €.

Forderungen

Die Forderungen an Kreditinstitute belaufen sich zum Stichtag auf 8.913 Mio. €, im Vergleich zum Vorjahr eine Verringerung um 12 %. In diesem Posten wird die uns zur Verfügung gestellte Liquidität angelegt, die nicht in andere Aktivposten geflossen ist. Bei der Wiederanlage der Liquidität substituierten wir unbesicherte Geldmarktgeschäfte durch mit erstklassigen Sicherheiten unterlegte Repo-Transaktionen. Diese Geschäfte wurden weitestgehend kurzfristig kontrahiert, um hinreichende Flexibilität bei Mittelabflüssen zu gewährleisten. Von den Forderungen an Kreditinstituten sind 3.398 Mio. € täglich fällig. Die Forderungen an Kunden haben sich um 510 Mio. € auf 7.626 Mio. € erhöht. Auf das Geschäft mit Firmenkunden entfallen 4.733 Mio. € und auf das Privatkundengeschäft 2.750 Mio. €. Der verbleibende Betrag von 143 Mio. € entfällt im Wesentlichen auf öffentliche Haushalte.

Wertberichtigungen

Die Wertberichtigungen aus dem Kreditgeschäft weisen einen gegenüber dem Vorjahr leicht erhöhten Bestand von 172 Mio. € aus, der sich mit 132 Mio. € auf Wertberichtigungen aus Adressrisiken und mit 40 Mio. € auf Wertberichtigungen aus latenten Risiken bezieht.

Finanzanlagen

Die Finanzanlagen einschließlich der Anteile an at equity bewerteten Unternehmen haben sich um 78 % auf 9.865 Mio. € erhöht. Davon entfallen 8.758 Mio. € auf Schuldverschreibungen und andere festverzinsliche Wertpapiere und 573 Mio. € auf Beteiligungen. Weitere 187 Mio. € entfallen auf als Finanzinvestition gehaltene Immobilien. Vor dem Hintergrund der Finanzmarktkrise wurden Wertpapiere der Kategorien Handelsbestand und zur Veräußerung verfügbar in die Kategorie Kredite und Forderungen umgewidmet.

Übrige Aktiva

In den übrigen Aktiva von 971 Mio. € sind Ertragsteuererstattungsansprüche mit 475 Mio. € sowie Immaterielle Vermögenswerte mit 266 Mio. € enthalten.

Handelspassiva

Die Handelspassiva haben sich um 1.927 Mio. € auf 10.512 Mio. € verringert. Wesentliche Bestandteile sind mit 8.922 Mio. € negative Marktwerte aus derivativen Finanzinstrumenten und mit 1.425 Mio. € begebene Schuldverschreibungen des Handelsbestands.

Verbindlichkeiten

Die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten haben sich um 66 % auf 8.662 Mio. € erhöht. Sie betreffen hauptsächlich Geldmarkteinlagen bei der BHF-BANK AG. Die Kundeneinlagen haben sich um 863 Mio. € auf 18.751 Mio. € reduziert und machen damit unverändert fast die Hälfte der Passivseite aus. Sie sind weiterhin das zentrale Refinanzierungsinstrument des Konzerns und spiegeln das Vertrauen in unsere Bank wider. Zur Refinanzierung dienen darüber hinaus die Verbrieften Verbindlichkeiten. Der Bestand beläuft sich aufgrund von Endfälligkeiten auf 420 Mio. € nach 676 Mio. € im Vorjahr.

Übrige Passiva

Die übrigen Passiva belaufen sich auf 632 Mio. €. Darin sind laufende und latente Ertragsteuerverpflichtungen von 235 Mio. € und als Fremdkapital qualifizierte Anteile Dritter am Eigenkapital von 138 Mio. € enthalten.

Nachrangkapital

Das Nachrangkapital von 207 Mio. € betrifft ausnahmslos die BHF-BANK AG und enthält ausschließlich Nachrangige Verbindlichkeiten.

Eigenkapital

Das Eigenkapital verringerte sich um 14 % auf 1.867 Mio. €. Dies ist insbesondere auf den Jahresfehlbetrag und die rückläufige Neubewertungsrücklage zurückzuführen.

Leistungsindikatoren

Zur Steuerung verwendet die Bank als wesentlichen Leistungsindikator die Cost-Income-Ratio (Aufwand-Ertrag-Relation). In die Ermittlung der Cost-Income-Ratio fließen alle Vorsteuer-GuV-Positionen ein, mit Ausnahme der Wertberichtigungen und des Ergebnisses aus Beteiligungsverkäufen. Die Verwaltungsaufwendungen werden ins Verhältnis zu den Ertragspositionen gesetzt. Danach ergibt sich für das Geschäftsjahr eine Cost-Income-Ratio von größer als 100 %. Eine weitere wichtige Kennziffer stellt die Eigenkapitalverzinsung vor Steuern (Return on Equity) dar. Bei der Ermittlung der Eigenkapitalverzinsung vor Steuern wird der Jahresüberschuss vor Steuern ins Verhältnis zum Eigenkapital gesetzt. Dabei wird unterstellt, dass das Jahresergebnis kontinuierlich im Jahresverlauf erwirtschaftet wurde. Insoweit stellt das Eigenkapital mit Stand vom 1. Januar 2008 abzüglich der gezahlten Dividende und zuzüglich des halben Jahresergebnisses die Basis für die Berechnung dar. Danach ergibt sich eine Eigenkapitalverzinsung vor Steuern von -6,8 %. Als weitere Steuerungselemente dienen der Solvabilitätskoeffizient und die damit im Zusammenhang stehenden Risikoaktiva. Zum Ende des Geschäftsjahres 2008 betrug die Gesamtkapitalquote 11,0 % unter Berücksichtigung von IFRS 5 bei Risikoaktiva von 16,4 Mrd. €. Die Eigenmittel bestehen weitgehend aus Kernkapital.

Nachtragsbericht

Die Eigentümer der Sal. Oppenheim jr. & Cie. S.C.A. haben eine Neuordnung der Geschäfts- und Beteiligungsaktivitäten der Bankengruppe beschlossen. Zukünftig werden Industriebeteiligungen in einer neugegründeten, mit der Bank nicht verbundenen Holdingstruktur geführt. Hiervon betroffen ist die Industriebeteiligung ARCANDOR Aktiengesellschaft, an der die Sal. Oppenheim jr. & Cie. S.C.A. einen Anteil von 28,6 % hält. 24,9 % davon werden an die neue Holding veräußert. Daneben werden von der 100 %-igen Tochtergesellschaft Sal. Oppenheim jr. & Cie. Beteiligungen S. A. 20 % der Anteile der IVG Immobilien AG an die Industrieholding verkauft. Von der Konzernobergesellschaft Sal. Oppenheim jr. & Cie. S.C.A. werden die Sal. Oppenheim Private Equity Partners S. A. und die Sal. Oppenheim Private Equity Partners GmbH mit ihren Töchtern CAM Private Equity Consulting & Verwaltungs-GmbH und VCM Capital Management GmbH an die Industrieholding veräußert.

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