Der Konzern Sal. Oppenheim hat trotz der Spannungen an den Finanzmärkten seine positive Entwicklung im Jahr 2007 fortsetzen können. Das Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit beläuft sich auf 333 Mio. € (im Vorjahr 309 Mio. €) und entfällt mit 301 Mio. € auf Sal. Oppenheim und mit 59 Mio. € auf die BHF-BANK. Die Kosten der Konzernsteuerung belaufen sich auf 27 Mio. €. Das Ergebnis nach Steuern beträgt 255 Mio. €. Es wurden Erträge in Höhe von 1.262 Mio. € erzielt, die die des Vorjahres um 16 % übersteigen. Die Bilanzsumme hat sich um 16 % auf 41 Mrd. € erhöht. Das betreute Vermögen stieg um 14 Mrd. € auf 152 Mrd. €.

Gewinn- und Verlustrechnung 1. Januar bis 31. Dezember
20072006+/-+/-
Mio. €Mio. €Mio. €%
Zinsüberschuss25024283
Risikovorsorge-10-2-8>100
Ergebnis aus Anteilen an at equity bewerteten Unternehmen81473472
Provisionsüberschuss63352810520
Handelsergebnis-37151-188-
Finanzanlageergebnis317118199>100
Verwaltungsaufwendungen-929-782-14719
Sonstiges betriebliches Ergebnis28721>100
Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit333309248
Ertragsteuern-78-68-1015
Ergebnis nach Steuern255241146

Zinsüberschuss

Der Zinsüberschuss beläuft sich auf 250 Mio. € und enthält neben den klassischen Komponenten aus dem Kredit- und Geldmarktgeschäft auch die Zinserträge und Aufwendungen aus Wertpapieren des Bankbuchs. Vom Zinsergebnis entfallen 162 Mio. € auf Sal. Oppenheim und 104 Mio. € auf die BHF-BANK. Auf Konzernebene entstand ein Zinsaufwand von 16 Mio. €.

Risikovorsorge

Die Risikovorsorge weist einen Aufwand von 10 Mio. € aus. Während den Wertberichtigungen aus dem Kreditgeschäft per Saldo 11 Mio. € zugeführt wurden, reduzierten sich die Rückstellungen aus dem Kreditgeschäft aufgrund von Auflösungen um 1 Mio. €. Die Zuführung zu den Wertberichtigungen betrifft im Wesentlichen die Erhöhung der Wertberichtigung aus latenten Risiken. Das Kreditportfolio besteht weitestgehend aus Adressen der Kategorie Investment Grade.

Ergebnis aus Anteilen an at equity bewerteten Unternehmen

Das Ergebnis aus Anteilen an at equity bewerteten Unternehmen von 81 Mio. € resultiert im Wesentlichen aus unseren Beteiligungen an der IVG Immobilien AG, der Oppenheim Esch-Holding GbR und der Deutschen Hypothekenbank (Actien-Gesellschaft). Auf Sal. Oppenheim entfallen 74 Mio. €, auf die BHF-BANK 7 Mio. €.

Provisionsüberschuss

Der Provisionsüberschuss, der sich schon im Vorjahr auf einem hohen Niveau befand, konnte um 20% auf 633 Mio. € gesteigert werden. Wachstumstreiber hierbei waren die Provisionserlöse aus dem Wertpapiergeschäft sowie aus der Vermögensverwaltung. Daneben sind das erfolgreiche Aktien-Sales- und Corporate- Finance-Geschäft hervorzuheben. Vom Provisionsergebnis erwirtschaftete 405 Mio. € Sal. Oppenheim und 228 Mio. € die BHF-BANK.

Handelsergebnis

Das Handelsergebnis beläuft sich auf -37 Mio. €. Von diesem Betrag entfallen auf Sal. Oppenheim 27 Mio. € und auf die BHF-BANK -64 Mio. €. Zu berücksichtigen ist, dass die Sicherungskosten für Bestände des Bankbuches nach IFRS im Handelsergebnis ausgewiesen werden, Gewinne aus den Beständen von 52 Mio. € jedoch im Ergebnis aus Finanzanlagen gezeigt werden. Das Volumen der Emission von Retailderivaten erhöhte sich erneut kräftig. Während bei Sal. Oppenheim der Fokus auf dem Aktien-Retailderivate-Geschäft liegt, steht bei der BHF-BANK der Zins- und Devisenhandel im Vordergrund.

Finanzanlageergebnis

Das Finanzanlageergebnis beträgt 317 Mio. €, davon entfallen auf Gewinne aus Wertpapieren des Anlagebestandes 64 Mio. €. Der übrige Betrag von 253 Mio. € bezieht sich im Wesentlichen auf die im Mai 2007 beschlossene Veräußerung von 10,6% der Anteile an der IVG Immobilien AG, die zweite Tranche des bereits im Jahr 2006 vereinbarten Verkaufs weiterer 18,9% der Anteile an der IVG Institutional Funds GmbH (vormals: Oppenheim Immobilien-Kapitalanlagegesellschaft mbH) sowie auf den Verkauf der als Finanzinvestment gehaltenen 25,0% der Anteile an der Deutschen Hypothekenbank (Actien-Gesellschaft). Gegenläufig war die Abschreibung unserer 5%-igen Beteiligung an der IKB Deutsche Industriebank AG auf den Stichtagskurs zum Jahresende. Vom Finanzanlageergebnis erwirtschaftete 258 Mio. € Sal. Oppenheim und 59 Mio. € die BHF-BANK.

Verwaltungsaufwendungen

Der Verwaltungsaufwand erhöhte sich um 19% auf 929 Mio. €. Ausschlaggebend waren vor allem höhere Rückstellungen für gewinnabhängige Vergütungen und der Anstieg der Mitarbeiterzahl um 355 Personen. Im Konzern beschäftigten wir im Jahresdurchschnitt 3.769 Mitarbeiter. Der Personalaufwand stieg entsprechend um 18 % auf 551 Mio. €. Die anderen Verwaltungsaufwendungen erhöhten sich im Wesentlichen aufgrund von Investitionen in die weitere Verbesserung der IT-Sicherheit und Aufwendungen, die im Zusammenhang mit der Verlagerung der Konzernobergesellschaft nach Luxemburg stehen, auf 337 Mio. €. Die Abschreibungen belaufen sich auf 41 Mio. €. Von den Verwaltungsaufwendungen entfallen 621 Mio. € auf Sal. Oppenheim, 297 Mio. € auf die BHF-BANK und auf die Konzernebene 11 Mio. €.

Konzernergebnis

Vor Steuern ergibt sich ein Konzernergebnis von 333 Mio. €. Unter Berücksichtigung eines laufenden Ertragsteueraufwands von 44 Mio. € sowie latenten Steueraufwendungen von 34 Mio. € verbleibt ein Ergebnis nach Steuern von 255 Mio. €. Die Anteile Dritter am Jahresergebnis betragen 5 Mio. €.

Bilanz per 31. Dezember 2007
20072006+/-+/-
Mio. €Mio. €Mio. €%
Barreserve47536111432
Handelsaktiva13.4729.3354.13744
Positive Marktwerte aus Hedge Accounting3126519
Zum Fair Value designierte Aktiva (Fair Value Option)3.1903.484-294-8
Forderungen an Kreditinstitute10.1709.24192910
Forderungen an Kunden7.1166.23188514
Wertberichtigunen aus dem Kreditgeschäft-167-159-8-5
Finanzanlagen und Anteile an at equity bewerteten Unternehmen5.5316.023-492-8
Sachanlagen3222467631
Sonstige Aktiva95055939170
Aktiva41.09035.3475.74316
Handelspassiva12.4399.8182.62127
Negative Marktwerte aus Hedge Accounting1760-43-72
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten5.2067.548-2.342-31
Verbindlichkeiten gegenüber Kunden19.61414.4265.18836
Verbriefte Verbindlichkeiten676715-39-5
Rückstellungen85109-24-22
Sonstige Passiva69354115227
Nachrangkapital186195-9-5
Eigenkapital2.1741.93523912
Passiva41.09035.3475.74316

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Bilanzsumme

Die Konzernbilanzsumme beläuft sich auf 41,1 Mrd. € und hat sich gegenüber dem Vorjahr um 5,7 Mrd. € erhöht. Dieser Zuwachs betriff t Sal. Oppenheim mit 4,6 Mrd. € und die BHF-BANK mit 1,1 Mrd. € und spiegelt die positiven operativen Entwicklungen des ersten Halbjahres wieder. Von der Bilanzsumme entfallen auf Sal. Oppenheim 22,1 Mrd. € und auf die BHF-BANK 19,0 Mrd. €.

Handelsaktiva

Die Handelsaktiva haben sich gegenüber dem Vorjahr um 4.137 Mio. € erhöht und belaufen sich auf 13.472 Mio. €. Darin enthalten sind Schuldverschreibungen und festverzinsliche Wertpapiere mit 4.175 Mio. €, Aktien und nicht festverzinsliche Wertpapiere mit 3.693 Mio. € sowie positive Marktwerte aus derivativen Finanzinstrumenten mit 5.591 Mio. €.

Zum Fair Value designierte Aktiva

Die Zum Fair Value designierten Aktiva verminderten sich um 294 Mio. € auf 3.190 Mio. €. Wesentliche Bestandteile der Position sind Schuldverschreibungen mit 2.209 Mio. € sowie Aktien und nicht festverzinsliche Wertpapiere mit 895 Mio. €.

Forderungen

Die Forderungen an Kreditinstitute belaufen sich zum Stichtag auf 10.170 Mio. €, ein Anstieg um 10%. In dieser Position wird die uns zur Verfügung gestellte Liquidität angelegt, die nicht in andere Aktivposten geflossen ist. Aufgrund der Spannungen am Geldmarkt, damit einhergehenden Bonitätserwägungen und steigenden Besicherungsbedürfnissen wuchs der Bestand an Repos erneut an. Der Zuwachs des unbesicherten Geldmarktgeschäfts fiel demgegenüber gering aus. Geldmarktgeschäfte wurden weitestgehend kurzfristig kontrahiert, um hinreichende Flexibilität bei Mittelabflüssen sicherzustellen. Die Forderungen an Kunden haben sich um 14% auf 7.116 Mio. € erhöht. Auf das Geschäft mit Firmenkunden entfallen 4.129 Mio. € und auf das Privatkundengeschäft 2.932 Mio. €. Der verbleibende Betrag von 55 Mio. € entfällt im Wesentlichen auf öffentliche Haushalte.

Wertberichtigungen

Die Wertberichtigungen aus dem Kreditgeschäft weisen einen gegenüber dem Vorjahr leicht erhöhten Bestand von 167 Mio. € aus, der sich mit 124 Mio. € auf Wertberichtigungen aus Adressrisiken und mit 43 Mio. € auf Wertberichtigungen aus latenten Risiken bezieht.

Finanzanlagen

Die Finanzanlagen einschließlich der Anteile an at equity bewerteten Unternehmen haben sich um 492 Mio. € auf 5.531 Mio. € reduziert. Davon entfallen 3.918 Mio. € auf Schuldverschreibungen und 383 Mio. € auf Aktien und andere nicht festverzinsliche Wertpapiere. Bei den Beteiligungen ist insbesondere der 10%-ige Anteil bei der IVG Immobilien AG zu nennen.

Sonstige Aktiva

In den Sonstigen Aktiva von 950 Mio. € sind Ertragsteuererstattungsansprüche mit 381 Mio. € sowie Immaterielle Vermögenswerte mit 304 Mio. € enthalten.

Handelspassiva

Die Handelspassiva stiegen deutlich um 2.621 Mio. € auf 12.439 Mio. € an. Darin sind mit 6.611 Mio. € begebene Schuldverschreibungen des Handelsbestands und mit 5.700 Mio. € negative Marktwerte derivativer Finanzinstrumente enthalten.

Verbindlichkeiten

Die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten haben sich um 2.342 Mio. € auf 5.206 Mio. € vermindert. Sie betreffen hauptsächlich Geldmarkteinlagen bei der BHF-BANK. Die Kundeneinlagen haben sich erneut deutlich erhöht. Der Zuwachs beträgt 5.188 Mio. €, der Bestand beläuft sich auf 19.614 Mio. € und macht damit fast die Hälfte der Passivseite aus. Sie sind nach wie vor das zentrale Refinanzierungsinstrument des Konzerns und spiegeln das Vertrauen in unsere Bank wider. Ein weiteres Instrument der Refinanzierung stellen die verbrieften Verbindlichkeiten mit einem Bestand von 676 Mio. € dar.

Sonstige Passiva

Die Sonstigen Passiva belaufen sich auf 693 Mio. €. Darin sind laufende und latente Ertragsteuerverpflichtungen von 247 Mio. € und als Fremdkapital qualifizierte Anteile Dritter am Eigenkapital mit 76 Mio. € enthalten.

Nachrangkapital

Das Nachrangkapital von 186 Mio. € betrifft ausschließlich die BHF-BANK und enthält ausschließlich nachrangige Verbindlichkeiten.

Eigenkapital

Das Eigenkapital erhöht sich um 239 Mio. € auf 2.174 Mio. € – im Wesentlichen aufgrund des erzielten Konzernjahresüberschusses von 255 Mio. €.

Leistungsindikatoren

Zur Steuerung verwendet die Bank als wesentlichen Leistungsindikator die Cost-Income-Ratio (Aufwand-Ertrag-Relation). In die Ermittlung der Cost-Income-Ratio fließen alle Vorsteuer-GuV-Positionen ein, mit Ausnahme der Wertberichtigungen und des Ergebnisses aus Beteiligungsverkäufen. Die Verwaltungsaufwendungen werden ins Verhältnis zu den Ertragspositionen gesetzt. Danach ergibt sich für das Geschäftsjahr eine Cost-Income-Ratio von 92,3%. Eine weitere wichtige Kennziff er stellt die Eigenkapitalverzinsung vor Steuern (Return on Equity) dar. Bei der Ermittlung der Eigenkapitalverzinsung vor Steuern wird der Jahresüberschuss vor Steuern ins Verhältnis zum Eigenkapital gesetzt. Dabei wird unterstellt, dass das Jahresergebnis kontinuierlich im Jahresverlauf erwirtschaftet wurde. Insoweit stellt das Eigenkapital mit Stand vom 1. Januar 2007 abzüglich der gezahlten Dividende und zuzüglich des halben Jahresergebnisses die Basis für die Berechnung dar. Danach ergibt sich eine Eigenkapitalverzinsung vor Steuern von 1 %. Als weiteres Steuerungselement dienen die Kennziff er nach Grundsatz I und die damit im Zusammenhang stehenden Risikoaktiva. Zum Ende des Geschäftsjahres 2007 betrug die Kennziffer 11,8% bei Risikoaktiva von 17,5 Mrd. €. Die Eigenmittel bestehen weitgehend aus Kernkapital.

Nachtragsbericht

Vorgänge von besonderer Bedeutung auf die Ertrags-, Finanz- und Vermögenslage sind nach Schluss des Geschäftsjahres nicht eingetreten.

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